Bayern bekommt landesweites LSBTIQ*-Netzwerk


LSVD, Bayerischer Jugendring und dgti bauen queere Plattform auf

 

München. 03. August 2021. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bayern hat sich mit dem Bayerischen Jugendring (BJR) und der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) zusammengetan, um die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*-, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTIQ*) in Bayern zu verbessern. Anlässlich der Kick-off-Veranstaltung des Bayerischen Sozialministeriums am 2. August 2021 wurde das Projekt zum Aufbau einer bayernweiten Plattform für Informationsmöglichkeiten sowie zur Vernetzung landesweiter und regionaler Akteur*innen in der Beratung, Weiterbildung und Arbeit mit LSBTIQ* vorgestellt.

Das Projekt möchte dazu beitragen, dass dringend benötigte Strukturen aufgebaut und Fachkräfte sowie Behörden, Verwaltungen und das Gesundheitswesen sensibilisiert werden. Gleichzeitig soll eine Informations- und Vernetzungsplattform geschaffen werden, um die in vielen ehrenamtlichen Organisationen und Projekten vorhandene Expertise zu bündeln und in die Regelstrukturen zu bringen. Bestehende queere Initiativen sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote sollen gestärkt werden.

Dazu erklärt Markus Apel aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Bayern: „Für LSBTIQ* bestehen in Bayern massive strukturelle Probleme. Sowohl die mangelhafte Beratungsinfrastruktur als auch ein fehlender Aktionsplan mit koordinierten Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung und Gewalt machen es Menschen im Freistaat schwer, sicher und frei zu leben. Der Lesben- und Schwulenverband freut sich gerade deshalb sehr auf die Zusammenarbeit in dieser bayernweit einzigartigen Kooperation. Mit unserer Plattform wollen wir vorhandene Strukturen stärken, neue Initiativen unterstützen und Informationen bündeln. Wir werden uns neben diesem Projekt weiterhin für eine bedarfsgerechte Ausstattung von Beratungsangeboten, insbesondere im ländlichen Raum einsetzen.“

Das Modellprojekt wird für zweieinhalb Jahre durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanziert, nachdem der Bayerische Landtag 2020 einem Antrag zum Ausbau der Beratungsstrukturen für LSBTIQ* in Bayern zustimmte.

Hintergrund

Bayern ist das einzige Bundesland in Deutschland, das keinen Aktionsplan für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt vorbereitet oder umsetzt. Die Förderung von örtlichen Beratungsstellen und gesundheitspolitische Maßnahmen sind in anderer Ländern Teil solcher Pläne.