
München, 04.03.2026. Der LSVD+ Bayern zieht eine positive Bilanz seiner Sichtbarkeitskampagne “Kommunal. Queer.” zur Kommunalwahl am 8. März 2026. Über mehrere Wochen hinweg wurden 50 queere Kandidat*innen auf den Social-Media-Kanälen des Verbands vorgestellt – aus 24 großen und kleineren Städten, Landkreisen und Gemeinden – vom Allgäu bis nach Unterfranken.
Freiheit und Selbstbestimmung queerer Menschen bedeuten laut Abfrage für die Kandidat*innen vor allem ein Leben ohne Angst vor Diskriminierung und Gewalt, Sichtbarkeit ohne Rechtfertigungsdruck, Schutz durch verlässliche kommunale Strukturen sowie politische Teilhabe auf Augenhöhe. Als zentrale kommunalpolitische Aufgaben nennen sie: sichere Begegnungs- und Community-Räume, verlässliche Förderung queerer Initiativen, Unterstützung von CSDs und Bildungsprojekten, Sensibilisierung von Verwaltung, Schulen und kommunalen Einrichtungen sowie eine konsequente Antidiskriminierungsarbeit.
Queere Stimmen bleiben in Bayern unterrepräsentiert
Die Aktion zeigt, dass queere Menschen Verantwortung in Stadt und Land übernehmen und sich einbringen. Trotzdem wird die Unterrepräsentation queerer Stimmen deutlich: Von 42.057 Kandidierenden müssten bei einem queeren Bevölkerungsanteil von mindestens 11–15 % rechnerisch mehrere tausend Kandidierende offen queer sein. Auch wenn offizielle Erhebungen fehlen, sieht die Realität wohl leider anders aus. Ein zentraler Grund dafür ist die angespannte Sicherheitslage:
Queere Kommunalpolitiker*innen sehen sich zunehmend Anfeindungen und Hetze ausgesetzt.
Die Kommunalpolitik selbst sollte sich dafür einsetzen, dass Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität – ohne Angst vor Gewalt und Hetze lokal politisch aktiv werden und mitentscheiden können.
Wir danken allen Kandidat*innen, die sich an unserer Aktion beteiligt haben und rufen dazu auf, am 8. März für Vielfalt und Menschenrechte zu stimmen.
Weiterlesen:
- Queere Menschen in allen bayerischen Kommunen schützen: Ein Forderungskatalog
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- Bayern hat noch keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit
- Queerfeindliche Gewalt in Deutschland: Angriffe auf Lesben, Schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche sowie queere Menschen (LSBTIQ*)
