Bayerischer Preis für Lesbische Sichtbarkeit gefordert


LSVD unterstützt Forderung für Anerkennung von Lesben

München. 27.05.2021. Zum diesjährigen Internationalen Tag für Lesbische Sichtbarkeit haben die Organisator:innen des dyke*march Nürnberg eine Petition an den Bayerischen Landtag gestartet. Sie fordern darin einen bayerischen Preis für Lesbische Sichtbarkeit. Der LSVD Bayern unterstützt diese Petition.

Lesbische Frauen* sind im besonderen Maße mit diskriminierenden Bedingungen konfrontiert. In der Öffentlichkeit werden das Engagement und die Interessen von lesbischen Frauen* bislang sehr unzureichend wahrgenommen. Gleiches gilt beispielsweise für die Arbeitswelt. In Unternehmen gibt es bis heute nur wenige geoutete lesbische Vorbilder. Oft sind Frauen* in der Unterzahl und ihre Stimmen werden zu wenig gehört.

Dazu erklärt Dorie Hoffmann aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Bayern: „Lesbische Frauen* jeden Alters sollten in ihrem Engagement für eine Politik der Gleichberechtigung und für die Vielfalt ihres selbstbewusst gelebten Lesbischseins bestärkt werden. Für die Bedarfe lesbischer Frauen*, setzen sich in Bayern verschiedenste Menschen mit viel Engagement ein. Dies kann mit einem Preis für lesbische Sichtbarkeit gewürdigt und gleichzeitig gefördert werden.“

„Viel zu oft wird lesbischen Frauen* ihre Sexualität abgesprochen oder ihr Äußeres wird zur Zielscheibe für Hass und Beleidigungen. Deswegen braucht es Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung. Wir fordern daher, dass der Freistaat Bayern nach dem Vorbild von Berlin und Hessen jährlich einen Preis für lesbische Sichtbarkeit vergibt.“, erklärt Luca Fabièn Dotzler, dyke*march Nürnberg.

Hintergrund

In einem Beschluss des Bayerischen Landtags (Drucksache 18/9212) zur Verbesserung der Situation von LGBTIQ* in Bayern IV – Historische Aufarbeitung des Unrechts durch § 175 StGB – wurde die Staatsregierung dazu aufgefordert, „im Bund mit Nachdruck darauf hinzuwirken, dass zur Unterstützung der historischen Aufarbeitung der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Menschen und des späteren Umgangs mit den Opfern, ein Fachgutachten in Auftrag gegeben wird. In diesem Gutachten sollen die Rechts- und Lebenssituation homosexueller Männer und Frauen zwischen 1945 und den frühen siebziger Jahren aufgearbeitet und dargestellt werden. (…) Parallel zur strafrechtlichen Verfolgungsebene sollen insbesondere mit Blick auf lesbische Frauen gesellschaftliche Mechanismen und Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung untersucht werden.“

Petitionsseite auf change.org