Unter dem Motto „Pride bedeutet Schutz, nicht Abschiebung“ initiieren queere Geflüchtete mit der Geflüchtetenberatung des Schwul-Queeren Zentrums Sub eine Kampagne. Sie soll auf die Lebensrealitäten queerer Asylsuchender aufmerksam machen und ruft zu solidarischem Handeln auf.
Der Hauptfokus der Geflüchtetenberatung im Sub liegt auf dem Asylverfahren. Drei Beraterinnen bieten professionelle Begleitung zu allen Fragen rund um das Asylverfahren sowie zu sozialen und gesundheitlichen Themen.
Mängel im Asylsystem führen zu lebensbedrohlichen Entscheidungen
Neben der hauptamtlichen Beratungsstelle ist auch das ehrenamtliche Engagement für queere Geflüchtete von zentraler Bedeutung im Sub. Als dringende Reaktion auf die Flüchtlingswelle von 2015 gründeten Ehrenamtliche des Sub die Initiative „Rainbow Refugees Munich“. Sie ist bis heute aktiv.
Engagierte bieten individuelle Unterstützung und helfen Asylsuchenden dabei, alltägliche Herausforderungen zu bewältigen und Stabilität aufzubauen. Mit ihren Aktivitäten, den gemeinsamen Freizeitangeboten und vielen Veranstaltungen schafft und fördert die Gruppe “Rainbow Refugees Munich” eine lebendige Gemeinschaft, die es queeren Geflüchteten leichter macht, in München Fuß zu fassen.
Jeden Tag erleben unsere Beraterinnen hautnah mit, mit welch enormen Herausforderungen die Sub-Klient*innen konfrontiert sind. Sie erfahren unmittelbar, wie tief die Defizite im deutschen Asylsystem reichen, was zu Unsicherheit, Belastung und allzu häufig auch zu Abschiebungen führt.
Doch neben all diesen Ungerechtigkeiten begegnen ihnen auch beeindruckende Stärke: Die Kolleginnen beobachten Resilienz trotz Angst, Hoffnung trotz wiederholter Rückschläge und eine beeindruckende Ausdauer in einem System, das von gravierenden Mängeln geprägt ist.
Eine Kampagne aus Solidarität
Aus Solidarität und in Zusammenarbeit mit den Geflüchteten im Sub hat die Beratungsstelle nun eine Kampagne ins Leben gerufen, die die Betroffenen in den Mittelpunkt rückt. Ihre Stimmen müssen gehört werden! Das ist ihr Anliegen:
“Wir sind queere Asylsuchende und Geflüchtete in Deutschland. Wir erleben zunehmend Feindseligkeit, Diskriminierung und die Bedrohung durch Abschiebung. Die aktuelle Behandlung im Asylsystem – zusammen mit den bevorstehenden Reformen des so genannten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), die beschleunigte Grenzverfahren, haftähnliche Bedingungen und eingeschränkte faire Anhörungen vorsehen – macht es noch schwieriger, Schutz zu erhalten.

